Der Starkregen von Berlin – was an Schäden übrigbleibt

Blitze am Nachthimmel

Ende Juni kam es in Berlin zu einem Starkregen, dessen Dimensionen jetzt erst so langsam sichtbar werden. Neben zahlreichen Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr durch überflutete U-Bahn-Stationen oder auch Straßen ist eine große Zahl von privaten Haushalten von den Wassermassen getroffen worden.

Keller liefen voll Wasser und zahlreiche Wochenendgrundstücke wurden überflutet. Bis Mitte der letzten Woche sind bereits bei einem großen Berliner Versicherer mehr als 750 Schäden gemeldet worden. Man rechnet aber damit, dass die Zahl noch vierstellig ausfallen wird.

Berliner Feuerwehr registrierte rund 2.000 Einsätze wegen Wasserschäden

Wie so oft ist die Feuerwehr bei solchen Szenarien Gewehr bei Fuß, um bestmöglich Hilfe zu leisten. Allerdings hatten viele Hauseigentümer kein Verständnis dafür, dass in manchen Fällen keine Hilfe geleistet werden konnte. Das war zum Beispiel der Fall, wenn die Wassermenge im Keller nicht einmal hoch genug war, um Pumpen einsetzen zu können. Bei einem Wasserstand von nicht einmal fünf Zentimeter ist auch mal Eigeninitiative gefragt. Daneben konnte die Feuerwehr viele Keller zum Zeitpunkt des Unwetters nicht auspumpen, da durch das hochdrückende Grundwasser immer wieder Wasser in die Gebäude floss.

Gartensiedlungen wurden überflutet

In Berlin gibt es viele Kleingartensiedlungen oder Siedlungen mit Wochenendhäusern. In Spandau und im Friedrichshagener Erpetal waren diese besonders von den Regenmassen betroffen. Teilweise standen ganze Grundstücke unter Wasser. In der Politik wird nun in Erwägung gezogen, Teile dieser Bereiche als Überschwemmungsgebiete zu deklarieren. Im ersten Zuge hatte hier die Feuerwehr keine Möglichkeit, die Regenmassen abzupumpen, da es sich um Grundwasser handelte. Es lief ständig nach, da sich manche dieser Siedlungen in Senken befinden.

Welche Versicherung kommt für die Schäden auf?

Bei Wohngebäuden ist zwar fast überall eine Wohngebäudeversicherung vorhanden. Diese leistet nach einem Unwetter aber nicht für Schäden, die durch eine Überschwemmung hervorgerufen wurden. Lediglich ein Sturmschaden, zum Beispiel durch einen auf das Hausdach gestürzten Baum, würde hier von der Gebäudeversicherung übernommen. Schäden durch eine Überschwemmung werden lediglich durch die Elementarversicherung abgedeckt. Diese ist allerdings in vielen Fällen überhaupt nicht vorhanden. Aktuellen Zahlen zufolge sind gerade einmal 30 Prozent aller Hauseigentümer in Berlin gegen ein solches Szenario versichert.

Was ist eine Überschwemmung im Sinne der Elementarversicherung?

Müssen direkt ganze Flüsse über die Ufer getreten sein, damit eine Überschwemmung vorliegt? Gibt es auch Überschwemmungen, die allein durch das Regenwasser ausgelöst werden? Eine Überschwemmung ist dann vorhanden, wenn großflächige Bestandteile des Grundstückes mit einer Wasserschicht bedeckt sind. Das geschieht eben nicht allein durch über die Ufer tretende Gewässer, sondern auch durch Starkregenfälle. In vielen Fällen konnte der Boden diese Wassermenge nicht mehr aufnehmen. Dazu gibt es immer mehr versiegelte Fläche, wo ein Abfließen des Wassers nur noch über die Kanalisation möglich ist. Wenn diese überlastet ist, kann das Wasser nicht abfließen und staut sich auf freien Flächen. Dadurch wiederum können auch Gebäude in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn Regenwasser in die Keller fließt. Das ist dann ein Fall für die Elementarversicherung.

Viele Wochenendhäuser sind nicht versichert

In und um Berlin herum gibt es zahlreiche Siedlungen mit Wochenendhäusern, die als Wohnobjekte nutzbar sind. Es ist hier nicht die Rede von einem Schrebergartenhäuschen, sondern von Häusern, die durchaus einen Neubauwert im fünfstelligen Bereich haben. Allerdings verfügen die wenigsten Hauseigentümer dort über eine Gebäudeversicherung, geschweige denn über eine Elementarversicherung. Der Grund dafür ist, dass diese Ferienhäuser nicht als dauerhaft bewohnt gelten und demnach die Gebäudeversicherung hier keinen Versicherungsschutz bietet. Diese Wochenend- und Ferienhäuser lassen sich nur über spezielle Tarife versichern. Das ist in der Regel im Rahmen einer Ferienhausversicherung möglich. Dabei gilt es dann immer noch zu prüfen, ob diese Form der Elementarschäden mit abgesichert werden kann.

Eigeninitiative ist dringend notwendig

Es hat sich bei diesem Unwetter allerdings auch gezeigt, dass einige Bürger eine Art Vollkaskomentalität entwickeln. Wie kommt es sonst dazu, dass die Feuerwehr zum Auspumpen von Kellern gerufen wird, wenn nicht mal ein paar Zentimeter Wasser im Gebäude stehen? Ist es dann nicht ratsam zu prüfen, ob solche Probleme durch bauliche Veränderungen wie Außenisolierung oder Rückstauventile behoben werden können? Stattdessen wird die Schuld auf die Feuerwehr geschoben, weil die nicht sofort und jetzt den Keller ausgepumpt hat. Letztendlich ist jeder Hauseigentümer immer noch mit verantwortlich, dass mögliche Schadensszenarien durch bauliche Änderungen verhindert werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.