Katzen und ihre wilden 5 Minuten

Katze liegt auf einem Bett und guckt verrückt

Jeder Katzenmensch kennt sie: die wilden 5 Minuten seiner Mieze. Bei meiner Katzendame Kali kann man wirklich die Uhr danach stellen. Pünktlich kurz vor acht schießt die wie von der Tarantel gestochene Katze durch die Wohnung. Bei ihrem wilden Gesichtsausdruck kann einem angst und bange werden. Die Ohren nach hinten gedreht, die Augen weit aufgerissen und mit steil in die Luft ragendem Schwanz geht es in einem Affenzahn vom Sofa auf den Kratzbaum, quer durch die Bude von der Fensterbank, zack auf den Schrank, einmal unter der Bettdecke durch und dann in die nächste Runde.

Zwischendurch stoppt sie kurz bei mir, starrt mich an, macht einen Buckel und hüpft seitwärts auf mich zu. Ich brauche mich dann nur leicht zu bewegen und schon rast sie wieder los. Wer im Weg steht oder sitzt, hat Pech und wird einfach umgenietet.

Einfach mal verrückt sein

Wenn die Katze wie ein kleiner, tasmanischer Teufel durch die Wohnung jagt, fragt man sich schon, ob das normal ist.

Ich kann euch beruhigen, ja, das Verhalten ist normal. Und vor allem ist es ein gutes Zeichen. Denn eine Katze verhält sich nur so, wenn sie sich in „ihrer“ Wohnung gut auskennt, sich in ihrer Umgebung sicher und geborgen fühlt. Eine Mieze, die beispielsweise neu in einer fremden Umgebung ist, wird sich solch eine gewagte Aktion nicht trauen. Es wird vermutet, und den Eindruck habe ich auch, dass gerade Wohnungskatzen mit den wilden 5 Minuten überschüssige Energie loswerden. Ihr nicht ausgelebter Jagdtrieb bricht sich kurz, aber heftig Bahn. Oft sticht unsere Stubentiger gerade morgens oder abends der Hafer. Meistens nach dem Fressen oder dem Geschäft. Da scharrt die Katze noch in aller Ruhe ihr Häuflein zu, nur um dann wie wild aus dem Bad zu stürzen, um im Schweinsgalopp die Wohnung unsicher zu machen. Manchmal stimmt eine der anderen Katzen mit ein und sie jagen sich gegenseitig im Wechsel über Möbel und Co. Alles begleitet von quickendem Maunzen. Schaut man 5 Minuten später nach ihnen, liegen sie, sich seelenruhig putzend, als wäre nichts gewesen, auf ihrem Kuschelplatz.

Die wilden 5 Minuten sind altersunabhängig

Das Lustige ist, dass die „verrückten 5 Minuten“ in jedem Katzenalter vorkommen. Egal, ob kleiner Fratz oder betagte Katzendame. Freut euch einfach, wie gut es eurem Stubentiger geht. Allein dabei zuzuschauen macht doch schon einen Heidenspaß, oder? Und vielleicht können wir uns an dem Katzen-Verhalten ein Beispiel nehmen und auch öfter mal den ganzen Stress für nur 5 Minuten von uns abfallen lassen. Um einfach nur Spaß zu haben und das Leben zu genießen.

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