Gebäudeversicherung der Sparkassen erhöht die Beiträge

Geldscheine

Auf Hauseigentümer kommen höhere Kosten zu.

Von Manfred Weiblen

Es war nicht anders zu erwarten und ist die Reaktion auf das Hochwasser im Juni dieses Jahres: Die Sparkassen-Versicherung erhöht ihre Beiträge zur Gebäudeversicherung. Rund 350.000 Kunden sind davon betroffen, vor allem bei Elementarschäden werden die Beiträge angezogen. Damit geht die Sparkassen-Versicherung als Erster der führenden Anbieter diesen Schritt.

Klimawandel ist den Schadensstatistiken gut sichtbar

Das Juni-Hochwasser im Sommer 2013 und die schweren Hagelschäden in Baden-Württemberg sorgen für hohe Ausgaben. Diese müssen natürlich wieder aufgefangen werden. Allein bei dem Hagel-Unwetter im Sommer wurden rund 70.000 Häuser beschädigt. Insgesamt lag die Schadenshöhe bei den Versicherten bei rund 600 Mio. Euro. Durch das frühere Monopol und die Pflichtversicherung für Wohngebäude sind immer noch knapp 70 Prozent aller Wohngebäude in Baden-Württemberg über die Sparkassen-Versicherung geschützt. Im Schnitt müssen sich die Kunden auf eine Beitragsanpassung von 13,5 Prozent gefasst machen.

Seit Jahren schreibt die Gebäudeversicherung rote Zahlen

Viele Versicherer mussten, wie auch die Gebäudeversicherung der Sparkasse, in den letzten Jahren kontinuierlich rote Zahlen vermelden. Der Klimawandel macht sich bemerkbar, solche Witterungsereignisse wie das Hochwasser und der Hagelschauer sind in den Bilanzen deutlich spürbar. Es ist auch nicht zu erwarten, dass in den nächsten Jahren Besserung in Aussicht ist. Im Gegenteil, Experten rechnen damit, dass bei der Gebäudeversicherung langfristig die Kosten die Einnahmen durch Beiträge um knapp ein Drittel übersteigen werden. Das lässt sich auch mit Beitragsanpassungen kaum wieder auf ein akzeptables Niveau bringen.

Kaum eine Alternative zur Beitragsanpassung

Wenn die Gebäudeversicherung mit einem Schreiben die Beitragserhöhung ankündigt, hat jeder Kunde ein Sonderkündigungsrecht. Kritisch ist dabei allerdings, einen neuen Anbieter zu finden. Vor allem, wenn es bereits Vorschäden gegeben hat, winken andere Versicherer ab. Dann bleibt letztendlich nur die Chance, die Beitragsanpassung zu akzeptieren. Bei einer Kündigung seitens der Gebäudeversicherung sieht es dann richtig schlecht aus. Wer von seinem Versicherer gekündigt wird, bekommt einen Vertrag bei einer anderen Gesellschaft nur noch gegen saftige Risikozuschläge.

Viele kleine Schäden sind riskant für den Versicherungsschutz

Natürlich ist die Gebäudeversicherung dafür da, um Schäden am Wohnhaus zu regulieren. Wer aber innerhalb weniger Jahre immer wieder klein Schäden zu vermelden hat, dem droht im ungünstigsten Fall die Kündigung. Hier ist besser, mit dem Versicherer einen Risikozuschlag oder einen höheren Selbstbehalt zu vereinbaren. Es ist durchaus sinnvoll, mal einen Schaden, der im niedrigen dreistelligen Bereich liegt, auch mal selber zu bezahlen. Viele Hauseigentümer sind sich nicht darüber im Klaren, dass bei einer Vielzahl von Schäden die Kündigung erfolgen kann.
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