Gilt die Gleichberechtigung am Arbeitsplatz auch für Hunde?

Hund am Schreibtisch

Der Hund ist der beste Freund des Menschen und begleitet uns gerne überall dorthin, wo wir uns wohlfühlen. Schließlich ist er gerne mit Herrchen und Frauchen zusammen. Es ist nicht selten der Fall, dass unser treuer Vierbeiner sogar auf der Arbeit mit dabei sein darf. Es gibt in Deutschland schon viele Arbeitgeber, die das Mitbringen des Hundes in das Büro erlauben.

Nebenbei haben Studien gezeigt, dass der Hund am Arbeitsplatz durchaus positive Auswirkungen hat. Was sich aber kaum jemand vorstellen kann: Für Hunde gelten in Bezug auf Gleichberechtigung dieselben Rechte wie auch für Arbeitnehmer. Diskriminierung von Hunden ist nicht drin.

Erst ein Schäferhund, dann der zweite Schäferhund – darf der Arbeitgeber das verbieten?

Es war ein eher ungewöhnlicher Fall, mit dem sich das Arbeitsgericht in Bonn befassen musste. Ein Ehepaar ist in einer Forstverwaltung beschäftigt. Schon seit Jahren bringen sie ihren Schäferhund mit zur Arbeit, dieses wird vom Arbeitgeber auch so geduldet. Im Laufe der Zeit schaffte sich das Ehepaar einen zweiten Schäferhund an, der dann auch mit ins Büro kommen sollte. Daraufhin zog der Arbeitgeber die Notbremse und wollte den zweiten Hund am Arbeitsplatz untersagen. Die Begründung: Für den ersten Schäferhund gelte Bestandsschutz und mittlerweile dürften nur noch Jagdhunde mitgenommen werden.

Gleichbehandlung für Hunde ist ein Muss

Im Streit mit dem Forstamt als Arbeitgeber verwies das Ehepaar auf andere Forstämter in Nordrhein-Westfalen, wo die Mitarbeiter auch ihre Hunde, egal welcher Rasse, mitbringen dürfen. Dabei handele es sich dabei nicht nur um Jagdhunde. Das Forstamt begründete das Verbot damit, dass die Regelung durch die einzelnen Forstämter und deren Amtsleiter getroffen werden. Somit sind Regelungen anderer Forstämter auch nicht anwendbar. Die Hundefrage falle demnach unter das Hausrecht.

Arbeitsgericht Bonn forderte Gleichbehandlung

Die Richter am Arbeitsgericht Bonn konnten sich der Argumentation nicht anschließen und entschieden sich für die klagenden Hundehalter. Sie dürfen ihren zweiten Schäferhund ebenfalls mit zur Arbeit bringen. Hier berief sich das Arbeitsgericht vor allem auf den Gleichbehandlungsgrundsatz. Vergleichbare Arbeitnehmer müssen nicht nur in der jeweiligen Forstverwaltung gleich gehalten werden, sondern auch landesweit. Das Verbot der Hundehaltung dürfe also nicht von der jeweiligen Forstverwaltung ausgehen. Damit sei das Verbot rechtswidrig, so das Arbeitsgericht Bonn in der Veröffentlichung des Urteils im August 2017. Eine unterschiedliche Behandlung sei nur dann zulässig, wenn es dafür sachliche Gründe gibt. Das Verbot allein auf die Rasse des Hundes zu stützen, ist nicht statthaft.

Objektive Gründe rechtfertigen ein Hundeverbot durch den Arbeitgeber

Dass es aber auch anders kommen kann, belegt ein Urteil des Landesarbeitsgerichtes Düsseldorf aus dem Jahr 2013. Hier ging es um die Verbannung der Hundedame Kaya aus dem Büro einer Werbeagentur. Die dreibeinige Hündin durfte anfangs, wie auch andere Hunde, ihr Frauchen ins Büro begleiten. Im Laufe der Zeit stellte sich aber heraus, dass die Hündin sich aggressiv gegenüber anderen Hunden und auch Mitarbeitern zeigte. Mehrere Mitarbeiter fühlten sich durch die Hündin subjektiv bedroht und klagten auch darüber, dass sie strenge Gerüche verströme. Gegen das Verbot der Hundehaltung im Büro wehrte sich die Mitarbeitern, so dass der Fall letztendlich vom Landesarbeitsgericht entschieden werden musste. Die Hündin durfte aufgrund der vorgetragenen Gründe nicht mehr mit ins Büro. Zwar sei allen Mitarbeitern das Mitführen von Hunden erlaubt. Territoriales und gefährliches Sozialverhalten seien aber ausreichende Gründe, um das Mitbringen eines Hundes zu versagen.

Generell muss der Arbeitgeber Hunde im Büro nicht zulassen

Dass manche Firmen und Unternehmen das Mitbringen von Hunden erlauben, ist eine durchweg positive Sache. Es besteht allerdings kein Recht des Arbeitnehmers, den Hund mit ins Büro zu bringen. Hierzu wird generell die Erlaubnis des Arbeitgebers benötigt. Wenn der Hund bereits jahrelang im Büro geduldet wurde, kann daraus unter Umständen ein Rechtsanspruch erwachsen. Allerdings kann dieser auch sofort widerrufen werden, wenn objektive Gründe gegen den Hund im Büro sprechen. Das wäre der Fall, wenn sich der Vierbeiner im Laufe der Zeit gegenüber anderen Mitarbeitern feindselig zeigen würde. Übrigens, der Hund darf auch nicht einfach mal so mit ins Büro, wenn er sonst kurzfristig zu Hause unversorgt wäre. Hier muss Sonderurlaub genommen werden, um die Betreuung des Hundes zu Hause sicherzustellen.

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