Kfz-Versicherung muss Sachverständigen zahlen

Nach einem Urteil des Amtsgerichts München muss die Versicherung des Unfallverursachers die Kosten für einen Sachverständigen bezahlen, der von der gegnerischen Seite beauftragt wurde. Ob das Honorar des Sachverständigen angemessen oder ortsüblich ist, spielt dabei erst einmal keine Rolle. Der Geschädigte  des Unfalls darf dem Gericht zufolge die Erstattung der Kosten verlangen, die ein wirtschaftlich vernünftiger Mensch in der gleichen Lage als zweckmäßig und notwendig erachtet (vergleiche auch Az.: 343 C 20721/10).

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Im konkreten Fall, den das Amtsgericht Münschen zu verhandeln hatte, wandte sich der Geschädigte eines Verkehrsunfalls an seine Werkstatt, die ihm zwei Sachverständige empfahl. Der Mann wählte einen der beiden Sachverständigen aus, um das Schadensgutachten für sein Fahrzeug zu erstellen. Dieser Sachverständige bezifferte die Reparaturkosten und die Wertminderung an dem Fahrzeug mit 2.150 Euro und stellte hierfür ein Honorar von rund 655 Euro in Rechnung. Die gegnerische Versicherung war zwar dazu bereit, die Wertminderungs- und Reparaturkosten an dem Fahrzeug zu bezahlen, hielt aber das Honorar des Sachverständigen für zu hoch und zahlte hierfür nur 189,50 Euro. Darauf hin klagte der Mann vor dem Amtsgericht München, das ihm zustimmte und ihm den Restbetrag ebenfalls zusprach.

Laut dem Gericht entsprach das Verhalten des Mannes einem normalen Vorgang. Deshalb sei dem Einwand der Versicherung, der Sachverständige habe ein unüblich hohes Honorar verlangt, nicht stattzugeben. Das Honorar müsse an der Schadenshöhe oder dem zeitlichen Aufwand bemessen werden. Dies war hier der Fall, deshalb muss die Versicherung die Kosten hierfür erstatten.

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