Historie des Pferdesports

In den frühen Zeiten des Menschen, in der Steinzeit, diente ihm das Pferd in erster Linie der Nahrungsbeschaffung. Recht schnell erkannten unsere Vorfahren jedoch die Nutzbarkeit dieser Tiere.

Zunächst benutzten sie die Pferde zu Transportzwecken. Es gab noch keine Wagen – dazu musste erst das Rad erfunden werden – , jedoch kleine Transportgestelle, die aus Zweigen, Ästen und kleineren, leichten Baumstämmen zusammengesetzt wurden, und die von den Pferden mühelos gezogen werden konnten.

Gerade bei Nomadenvölkern konnte dadurch das Tempo auf ihren Märschen erhöht werden. Mehr Güter konnten leichter und schneller transportiert werden, und die nomadisierenden Stämme konnten weitaus größere Gebiete bevölkern.

Aus Gründen der Sicherheit wurde jedoch immer ein Reiter auf das so beladenen Pferd gesetzt, um ein Entkommen mit den so wichtigen Gegenständen zu verhindern. Während solcher Wanderungen und auch später an den temporären Wohnorten gab es sicherlich die ersten Wettbewerbe um die Schnelligkeit und Stärke der einzelnen Pferde.

Durch die Erfindung des Rades und der damit verbundenen Herstellung von Wagen konnten die Pferde noch besser genutzt werden. Zuggeschirre wurden entwickelt, und man erkannte den Vorteil des Einsatzes von Pferden in der Kriegsführung.

Man begann, Pferde gezielt für bestimmte Zwecke auszubilden, und natürlich gab es immer mehr Wettbewerbe. Klassische Berühmtheit erlangten die Wagenrennen im alten Rom, eindrucksvoll verewigt in weltbekannter Literatur und in ebenso berühmten Filmen. In Asien war bereits 600 Jahre vor Christus bereits das Polospiel bei den Adligen beliebt.

Die erste nachweislich überlieferte Reitkunst konnte bei den Griechen festgestellt werden. Das berühmte Parthenon Fries zeigt eindeutig Wettbewerbe, an denen Pferde beteiligt sind. Offensichtlich wurden die kleineren Pferde sogar vollständig ohne Zaumzeug von ihrem besonders talentierten Reiter gelenkt.

Der aus Athen stammende Schriftsteller Xenophon (ca. 426 vor Christus bis ca. 355 vor Christus) war auch als Geschichtsschreiber und Heerführer bekannt und berühmt. Er setzte sich stark mit der Kunst des Reitens auseinander und verfertigte dazu sogar eigene Schriften, die überliefert wurden. In „Der Reitoberst“ und „über die Reitkunst“ gibt er Ratschläge für einen guten Pferdekauf, berichtet über die Pflege von Pferden, aber auch über die Ausbildung der Reiter, insbesondere im militärischen Bereich. Detaillierte Beschreibungen zu den speziellen Tricks und Kniffen im Reiterkampf sind ebenfalls in diesen Werken zu finden. Später profitierten die Römer ausgiebig von diesen Ratschlägen der Griechen.

Zu derselben Zeit wurden in Persien bereits Vollblutaraber gezüchtet und gezähmt. Über die Grenzen hinaus berühmt und gefürchtet waren damals die gewaltigen Reitheere des Dschingis Khan, die aus den kleinen, mongolischen Ponies bestanden.

Besonders ausgefallene Reittechniken, z. B. bei den griechischen Bogenschützen, oder den Führern von Streitwagen wurden gerne auf öffentlichen Wettbewerben vorgeführt und die Sieger besonders geehrt.

Allerdings gab es die Entwicklung zum allgemein verbreiteten Pferdesport erst im 20. Jahrhundert – nämlich dann, als das Pferd die vorher so wichtige Aufgabe als Kriegs- und Arbeitstier verloren hatte. Durch den vermehrten Einsatz technischer Hilfsmittel in der Landwirtschaft und in der Kriegsführung hat das Pferd seine eigentlich Bedeutung dort gänzlich abgeben müssen.

Dafür hat es einen ungeahnten Boom gegeben bei der Nutzung als Freizeitpartner. Viele verschiedene Pferdesportarten entwickelten sich. Davon sind die weitaus bekanntesten das Dressurreiten und das Vielseitigkeitsreiten. Bereits seit 1912 zählen diese beiden Pferdesportarten zu den olympischen Disziplinen. Noch früher, nämlich schon 1900, wurde das Springreiten bei den Olympischen Spielen als eigene Disziplin anerkannt.

Die berühmte, klassische Reitkunst begann im 17. und 18. Jahrhundert mit der hohen Dressur an den Reitakademien. Die europäischen Adligen schätzten diesen Pferdesport sehr und nahmen mit Begeisterung daran teil.

Zwei berühmte Reitmeister (auch Ecuvers genannt) sorgten für einen besonderen Schub in dieser Sportart: de Pluvinel und de la Guérinière. Die weltbekannte spanische Hofreitschule in Wien beruft sich auch heute noch auf die Vorschriften und Lehrwerke Guérinières. Als erster Lehrmeister überhaupt sorgte er für eine schriftliche Aufzeichnung der damals bekannten Dressurlektionen.

Die starre, klassische Reitschule verlor ihre Bedeutung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Von da an maß man der schnellen und unkomplizierten Ausbildung der Pferde größere Bedeutung zu, vor allem sollten sie vollkommen gehorsam sein. Die Pferde wurden speziell für ihre Aufgaben im Heer ausgebildet. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges verlor sich diese Auffassung jedoch wieder.

Die heute gültige Dressurlehre, wie sie auf olympischen Wettbewerben zu sehen ist, entstand aus einer Kombination der militärischen Ausbildung und der klassischen Reitkunst.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.