Beim Hauskauf nicht die Gebäudeversicherung aus den Augen verlieren

Haus brennt

Es ist ein völlig normaler Vorgang in Deutschland: Ein Haus wird verkauft, alle notariellen und finanziellen Dinge sind geregelt und der Bezug durch die neuen Eigentümer kann erfolgen. Dann ein paar Jahre später:

Es kommt durch einen technischen Defekt zu einem Brand am Wäschetrockner, eine Etage brennt vollkommen aus, das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Jeder denkt in diesem Fall erst einmal an die Gebäudeversicherung, die bei einem Brand für den Schaden aufkommt. Was ist aber, wenn das Thema Gebäudeversicherung beim Kauf völlig aus den Augen verloren wurde?

Wohnhausbrand in Bayern – keine Gebäudeversicherung vorhanden

Dieses Szenario ist vermutlich keine Seltenheit. Wie aus einem Onlineartikel einer Tageszeitung aus Bayern zu entnehmen ist, hat sich dieser Fall kurz vor Weihnachten genauso zugetragen. Vor drei Jahren hat eine Familie ein Einfamilienhaus gekauft. Der vorherige Eigentümer des Hauses hat den Verkauf seiner Gebäudeversicherung nicht angezeigt und dann die Zahlungen eingestellt. Die Gebäudeversicherung kündigte daraufhin den Versicherungsschutz. Zum Zeitpunkt des Feuers war das Haus also nicht mehr versichert und die betroffene Familie muss nun alleine für den Schaden aufkommen.

Gebäudeversicherung und Hauskauf – Wie läuft es eigentlich richtig?

Wer ein Haus kauft, übernimmt auch die Gebäudeversicherung des Voreigentümers. Für Sie gilt also: Fragen Sie unbedingt nach dem bestehenden Versicherungsschutz und lassen Sie sich bestätigen, dass der bisherige Eigentümer tatsächlich die Gebäudeversicherung über den Hausverkauf informiert hat. Dann wird die Gebäudeversicherung auf Sie zukommen. Der Versicherungsschutz wird zu dem Zeitpunkt umgeschrieben, zu dem auch die Umschreibung im Grundbuch erfolgt. Die Kopie des Grundbuchauszuges müssen Sie der Gebäudeversicherung vorlegen. In der Regel ist der Beitrag ja bereits bezahlt und Sie müssen sich mit dem Verkäufer über die anteilige Erstattung im Innenverhältnis einigen. Fällt die neue Hauptfälligkeit in die Phase des Verkaufes, müssen Sie mit dem Verkäufer Einigung erzielen, wer den Beitrag bezahlt.

Muss die vorhandene Gebäudeversicherung übernommen werden?

Grundsätzlich nicht. Es besteht die Möglichkeit, die übernommene Gebäudeversicherung innerhalb einer Frist von vier Wochen zu kündigen. Diese Frist setzt in der Regel dann ein, wenn Sie von der Gebäudeversicherung über die Umschreibung in Kenntnis gesetzt werden. Nehmen Sie sich in dieser Phase der Kündigungsfrist genug Zeit, um die Bedingungen der Gebäudeversicherung zu studieren – das ist wörtlich zu nehmen! Sie wissen ja sonst nicht, in welchem Umfang Ihr Haus nun versichert ist. Gerade bei älteren Policen fehlen viele wichtige Bausteine, so dass die Gebäudeversicherung nur ein Basisschutz ist. Orientieren Sie sich nicht allein daran, dass der Beitrag günstig ist. Ihr Haus sollte Ihnen mehr wert sein. Denken Sie immer daran, dass der Versicherungsschutz für ein Haus im Wert von 300.000 Euro auch mal 400 bis 500 Euro kosten darf. Im Vergleich zu den Wiederaufbaukosten ist das ein Klacks.

Bei einem Wechsel der Gebäudeversicherung – Worauf müssen Sie achten?

Ein Wechsel der Gebäudeversicherung ist dann problemlos möglich, wenn es in der Vergangenheit keine nennenswerten Schäden gab. Dabei zählt nicht, auf wessen Namen die Gebäudeversicherung lief, sondern welches Haus versichert war. Gab es in der Vergangenheit zum Beispiel zwei Leitungswasserschäden, so fallen die nicht in die Bilanz des Hauseigentümers, sondern in den Schadenverlauf des Hauses. In solchen Fällen ist der Wechsel schwer zu vollziehen, Sie sollten dann noch einige Zeit bei dem Versicherer bleiben und, wenn nötig, in eine bessere Tarifvariante wechseln.

Sind die Kündigung und der Wechsel unproblematisch sollten Sie beim Abschluss einer neuen Gebäudeversicherung nicht auf jeden Euro achten. Wer billig kauft, kauft zweimal. Das kann im Ernstfall unter Umständen die eigene finanzielle Existenz kosten. Ein Element, das nicht unterschätzt werden darf, ist der Einschluss der groben Fahrlässigkeit. Diese wird in vielen Verträgen immer noch nicht in voller Höhe abgesichert. Bei einem Schaden, der sich durch grobe Fahrlässigkeit ereignet, kann die Gebäudeversicherung also die Leistung kürzen. Viele Tarife haben eine Summenbegrenzung, zum Beispiel bis 50.000 Euro oder 100.000 Euro. Kommt es durch grobe Fahrlässigkeit zu einem Brand, so ist das Haus nicht ausreichend abgesichert. Daher ist es wichtig, dass Sie bei der Auswahl der Versicherer die Messlatte für den Versicherungsschutz extrem hoch ansetzen, damit Ihre neue Altersvorsorge auch realistisch versichert ist.

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